Run with the Wind

Mount St. Helens National Monument


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Kinotag

Heute ist Kino angesagt. Nach den ersten paar Kilometern erreichen wir schon das westliche Mount St. Helens Visitor Center. Der Eintritt beträgt 6 Dollar p. P., man gönnt sich ja sonst nichts. Der Film geht gleich los, aber schon im Kinosaal beschleichen mich zarte Zweifel, ob das der Film ist, den ich vor 5 Jahren hier gesehen habe. Die Leinwand ist winzig, der Film zwar informativ aber wenig spektakulär. Und haste nicht gesehen ist er vorbei. Schwer enttäuscht schauen wir uns noch kurz die Ausstellung an, bevor wir weiterfahren.

Kurze Zeit später rollen wir in Castle Rock ein, gleich am Ortseingang ein riesiges IMAX Kino, das mit besagtem Film wirbt. Ja, das ist es! Und in 5 Minuten beginnt die nächste Vorstellung, gutes Timing. Noch mal 5 Dollar p. P. und nichts wie rein. Der Film ist eine hervorragende Dokumentation über den Ausbruch, bei der Riesenleinwand und dem guten Sound wird einem richtig warm ums Gemüt. Da hat sich die Anreise doch gelohnt.

Nervenprobe neben der Interstate 5

Für die nächsten 45 bis 50 Kilometer heißt es, Augen zu und durch. Wir müssen ein Teilstück der Hauptverkehrsader zwischen Seattle und Portland hinter uns bringen. Zunächst weichen wir auf eine etwas weniger befahrene Straße auf der anderen Seite des Cowlitz Rivers aus, parallel zur Interstate 5. Wir erreichen Longview, eine relativ große Stadt mit vielen Supermärkten. Dort stärken wir unsere Nerven mit Milch, Bananen und Bratkartoffeln aus einem Deli, denn jetzt wird es wohl richtig ätzend werden.

Direkt neben der I5 verläuft eine Frontage Road. Hier ist der Verkehr zwar nicht so dick, aber der Lärm ist entnervend. Schon nach kurzer Zeit glüht mein rechtes Ohr. Die Straße macht ab und zu kleine Schlenker, die aber gleich mit Steigungen verbunden sind. Zwischen Carrols und Kalama liegt ein Campingplatz direkt neben der Autobahn. Wir haben zwar eigentlich das Soll für heute erfüllt, aber das hier tun wir uns nicht an. Da bräuchte man schon ein Wohnmobil mit extra dickem Schallschutz. Wir nutzen jedoch die Gelegenheit zum Auffüllen der Wassersäcke.

Hinter Kalama macht die Frontage Road laut Karte einen größeren Bogen in die Berge. So kommen wir nicht weiter und entschließen uns, direkt auf der Autobahn zu fahren. Eine gar nicht mal so schlechte Entscheidung. Ein starker Rückenwind beschleunigt die Angelegenheit, wir fliegen mit zwischen 30 und 40 Stundenkilometern nach Süden. Erstaunlicherweise umschmeichelt intensiver Brombeergeruch unsere Nasen. Das mit der I5 hätten wir gleich machen sollen.

In Woodland hat das Drama dann ein Ende. Auf der US 503 fahren wir neben dem Lewis River wieder in die Wälder des Gifford Pinchot National Forest. Mit wild Zelten ist hier nichts, so quartieren wir uns im Lewis River RV-Park für schlappe 16 Dollar ein. Der Zeltplatz ist nicht unbedingt der schönste, aber das war bei dem hohen Preis ja auch nicht anders zu erwarten.

76,62 Kilometer / 100 Höhenmeter

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