Run with the Wind

Mount St. Helens National Monument


durch den Giffort Pinchot National Forest    Inhalt    Mount St. Helens National Volcanic Monument

langer Aufstieg zum Elk Pass

Die Nacht war kalt aber zum Glück ruhig. Heute liegt wieder eine verschärfte Bergetappe vor uns, da ist es nur gut, einigermaßen ausgeschlafen zu sein. Zuerst aber steht das Mount St. Helens Visitor Center auf dem Programm, gleich an der Kreuzung zur FR 25. Dort erkundigen wir uns nach der weiteren Zeltplatz- und Wasserversorgungsdichte. Sieht nicht sonderlich üppig aus. Offizielle Campgrounds gibt es im Park nicht, dafür soll dort irgendwo eine Wasserpumpe Mount St. Helens - das Ziel rückt näher stehen. Der Ranger fragt uns, ob wir am heutigen Radrennen teilnehmen, heute findet eines auf der FR 25 statt. Da hätten wir mit unserem Gepäck wahrscheinlich die besten Voraussetzungen für einen der vorderen Plätze. Besonders mit den zusätzlichen 20 Kilo Wasser, die wir in weiser Voraussicht in die beiden Wassersäcke gefüllt haben.

Die ersten fünf Kilometer auf der FR 25 sind sehr schön und lassen sich locker fahren. Dann überqueren wir den Muddy River und erreichen den Einstieg in die Wand. Hier sieht die Sache gleich völlig anders aus. Die Steigung ist knochenhart, mit dem Wasser im Gepäck bekommt der Aufstieg eine besondere Note. Ab und zu kommen uns Radfahrer in Trikots und Nummern entgegen, meist auf Rennrädern, einige aber auch auf Mountainbikes. Hier geht es wohl nur ums Teilnehmen. An ein paar Stellen sind sogar Stationen eingerichtet, wo die Radler mit Wasser versorgt werden. Man bietet uns auch etwas an, aber wir sind ja autark. Mittlerweile bin ich schon weit voraus, bei so einer Steigung muss jeder seinen Tritt fahren. Der Vulkan rückt näher, am Clearwater Viewpoint haben einen Blick auf den unheimlichen Berg und die verwüstete Zone um ihn herum. Es liegen allerdings noch tiefe Täler dazwischen, müssen wir da etwa wieder runter? Kurzzeitig ist uns eine Erholung vergönnt, wir rollen 100 Höhenmeter bergab. Unsere Hoffnung, das Ende der Strapaze sei erreicht, wird aber sofort wieder zunichte gemacht. Der Elkpass liegt auf 1250 m, bis dahin sind rund 1000 Höhenmeter zu überwinden.

Lufttrocknen nach der Wasserflaschendusche

Hier oben ist es schon ziemlich frisch. Wir rüsten kleidungsmäßig erst einmal auf, denn jetzt geht es wieder bergab. Innerhalb kurzer Zeit verlieren wir auf steiler Strecke 400 Höhenmeter, bis wir mit der FR 99 die Straße zum Mount St. Helens erreichen. Es handelt sich um eine Stichstraße, die mit gewohnter Steigung wieder bergauf geht. So allmählich wird es Zeit, ein Plätzchen für die Nacht zu finden. Zu unserer Linken fließt weiter unten ein Fluss, an dem einige Autos und Wohnmobile stehen. Da müssten wir aber wieder zurück, außerdem macht es da unten einen ziemlich dunklen Eindruck. Ich hoffe, dass wir spätestens bei Bear Meadow, einer Picnic Area, einen Platz finden.

Das Glück ist uns schon vorher hold. Ich erkunde einen Weg, der rechter Hand steil in den Wald hinauf führt. Nach ungefähr 500 Metern stoße ich auf eine sonnige Lichtung mit Zeltmöglichkeiten erster Klasse. Hier ist es noch richtig warm, hervorragende Bedingungen für eine Brause aus der Wasserflasche. Dummerweise haben wir in Northwoods nicht getankt, so müssen wir mit dem Benzin haushalten. So gibt es heute nur ein schnelles aber trotzdem schmackhaftes Nudelgericht. Danach machen wir uns an den letzten Programmpunkt für heute, ein geeigneter Baum für unseren Bärensack muss her. Mittlerweile sind wir geübte Bärensackaufhänger, so baumelt das gute Stück nun an einem beeindruckenden Baumriesen.

45,98 Kilometer / 1150 Höhenmeter

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