Run with the Wind

durch Wälder zum Dach von Oregon


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Sisters

Mit der Einsamkeit der letzten Tage war heute erst einmal Schluss. Zur stark befahrenen US 20 gab es aber auch leider keine Alternative. So nahmen wir es gelassen und reihten uns in den starken Verkehr ein. Dafür ging es immer leicht bergab. Die Landschaft hatte sich verändert, dichte Wälder waren einer weiten steppenartigen Ebene gewichen.

Blick auf die «Three Sisters»

Auch Oregon scheint nicht frei von Spinnern und Idioten zu sein. Ein Schild an der Straße wies in sehr deutlicher Sprache darauf hin, dass wegen Randale und Diebstahl diese Rest Area nicht mehr gepflegt würde. Von hier hatten wir immerhin eine tolle Aussicht auf die gewaltigen Gipfel der Tree Sisters.

Aufgrund verschärften Wäschenotstands war der Besuch eines Waschsalons unumgänglich. Im Ort Sisters wurden wir in einem RV-Park fündig, die Besitzerin war so nett und gestattete uns die Benutzung ihrer Waschmaschinen. Während des Waschganges hingen wir bei einer Cola im Schatten ab. Meine Feinmotorik ist dabei wohl eingeschlafen, durch eine ungeschickte Bewegung rammte ich mir einen Mordssplitter in den Fingernagel. Piercing ist gar nichts dagegen. Während ich noch so vor mich hinfluchte, bekamen wir Besuch von 2 Frauen, Mutter mit Tochter, auf der Suche nach Waschmittel. Wir kamen ins Gespräch, schließlich trennten wir uns aus Sympathiegründen von unserer halbleeren Tube Rei. Eine haben wir ja noch.

wer schmeißt da mit Steinen?

Wegen der großen Hitze wollten wir heute nicht mehr viel weiter fahren. Der City Park von Sisters hat zwar einen Campground, der aber keinen besonders einladenden Eindruck machte. Wir beschlossen, in einem Eissalon erst einmal einen klaren Kopf zu bekommen. Auf der Karte war ein Zeltplatz eingezeichnet, knapp 10 Kilometer weiter an der US 20. Nachdem unsere Temperatur wieder Normalwerte erreicht hatte, holten wir am Visitor Center noch Informationen über die Wasserversorgung an besagtem Platz ein. Der Mann am Schalter drückte uns einen Packen Information über Zeltplätze der Umgebung in die Hand, gut ausgerüstet verließen wir den Ort.

Fehler sind ja dazu da, um aus ihnen zu lernen. Hier, am Indian Forest Campground gab es nun eine tolle Möglichkeit dazu, die wir auch voll nutzten: Wir steckten erst die Zeltgebühr von 8 Dollar in den Kasten und schauten dann nach dem fließenden Wasser. Zuvor ging unser Wasservorrat natürlich bei einer ausgiebigen Dusche drauf. Man kann sich denken, was jetzt kommt. Es gab zwar tatsächlich eine Wasserpumpe, da war aber der Hebel entfernt. Ich versuchte es ohne Hebel, bis ein paar Tropfen übler brauner Brühe heraustropften. Das durfte ja wohl nicht war sein. Mit Schaum vor dem Mund stattete ich einem großen Wohnmobil einen Besuch ab, in der Annahme, dass hier der «Host», der Platzwart wohnte. Leider waren das auch nur Gäste, die aber schnell den Ernst der Lage erkannten und uns mit Wasser aushalfen. Große Wohnmobile haben damit wieder einen Pluspunkt bei mir. Ich hab dann gleich einen bitterbösen Beschwerdebrief aufgesetzt und ihn in den Geldkasten gesteckt. Wofür haben wir denn überhaupt 8 Dollar gezahlt? Leider ist der Schlitz zu eng, das Geld ist weg. Zum Kochen hatten wir jedenfalls auch keine Lust mehr, zum Abendessen gab es Müsli.

46,42 Kilometer

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