Run with the Wind

Die Pazifikküste


nervige Holzlaster und spektakuläre Küste    Inhalt    Cascade Range

Abschied vom Pazifik unser Freund, der Dino

Der letzte Tag an der Pazifikküste! Die phantastische Szenerie der gestrigen letzten 10 Kilometer setzte sich heute fort bis Gold Beach. Zunächst musste jedoch der Humbug Mountain umrundet werden bevor wir bei strahlendem Himmel wieder die Küste erreichten. Ein 7 bis 8 Meter großer Riesen-Dino lud zu einem Fotostop vor den Prehistoric Gardens, einer Art prähistorischen Park ein. Das war mal wieder was typisch amerikanisches, aber irgendwie witzig. Etwas weiter hinten lunzte ein langer grüner Hals mit einem kleinen Kopf (mir fällt diese Dinoart jetzt nicht ein, vielleicht ein Giraffosaurus) aus dem dichten Wald. Der war wenigstens 10 Meter groß. Die am Eingang wollten aber zu viele Dollars Eintritt haben, so begnügten wir uns mit unserem Fotodino.

Die berauschende Küste änderte vor Goldbeach ihren Gesicht, nach gigantischen Klippen folgte nun endloser Sandstrand. Das Pflichtprogramm stand fest: ein letztes Mal den Sand und den Pazifik unter den Füßen spüren. Wir schlossen die Räder bei ein einer «Rest Area» an einen Laternenpfahl und machten uns auf den Weg. Der Sand war allerdings so heiß, dass Gedanken an glühende Kohlen aufkamen. Ohne Schuhe war das Meer nicht zu erreichen. Das Wasser wiederum war empfindlich kalt, nix mit Schwimmerchen. Wir begnügten uns daher mit einen Spaziergang am Wasser. Der Wellengang war relativ hoch, hier am Strand entlang zu wandern machte unglaublich Laune.

ein letzter Strandspaziergang am Pazifik

In Goldbeach blieb unsere Suche nach einer Zeltmöglichkeit erfolglos. Ein RV-Park (RV: Recreation Vehicle = Wohnmobil) verwehrte uns einen Platz, wir wurden auf Campgrounds am Rogue River verwiesen. Das deckte sich mit der geplanten Route, so bereiteten wir uns schon einmal seelisch auf den Abschied von der Küste vor. Zunächst mussten unsere Vorräte aber noch einmal aufgestockt werden. Wer weiß, wie die Situation in den nächsten Tagen aussieht, große Supermärkte sind vorerst wohl nicht mehr drin. Natürlich nutzten wir die Gelegenheit auch für einen letzten Bananen-Milch-Deli-Snack.

Wir haben nun 10 Tage "straight southbound" hinter uns. Die Grenze zu Kalifornien liegt nur noch 60 Kilometer entfernt. Leider gibt es aber dort keine geeignete verkehrsarme Route ins Landesinnere, sonst wären wir sicherlich noch weiter nach Süden vorgestoßen. Das nächste große Ziel ist der Crater Lake, der große blaue Vulkansee im Nordosten. Der Rogue River entspringt in den Bergen dort, wird uns also ein großes Stück dorthin begleiten.

Was auf den ersten Metern nach Osten sofort und unmittelbar auffiel, war die dramatisch geringere Verkehrsdichte. Das entschädigte schon mal für die fehlende Küste. Nach 5 Kilometern erreichten wir bereits den RV-Park «Secret Camp». Die Besitzerin hegt offensichtlich eine Bewunderung für Biker, wir bekamen einen preislichen Nachlass: statt 17 wechselten 12 Dollar den Besitzer. Nach den Hiker-Biker Preisen ein happiges Sümmchen. Was soll's, wir haben einen schönen Platz und die sanitären Anlagen sind vom Feinsten.

Bei Dorothea bahnt wieder sich ein kleines Problem an. Ihr Gesicht ist rot gefleckt und ziemlich schuppig. Wir scherzten zwar schon darüber, dass sie erst mal alle Kinderkrankheiten ausschwitzen muss, aber hier handelt es sich doch hoffentlich nicht wirklich um Masern? Wahrscheinlich ist das doch eher eine Art Sonnenallergie. Sie muss ja wirklich einiges durchmachen, hält sich aber dafür aber ganz wacker.

46,59 Kilometer / 150 Höhenmeter

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