Run with the Wind
Die Pazifikküste
Oregon Dunes National Recreation Area
Das Wetter hat sich geändert, dichter Nebel macht sich breit, dafür hat sich der Sturm von gestern gelegt. Nach nur wenigen Kilometern fahren wir eine Stichstraße bergab bis zu einem Parkplatz am Meer. Wir wollen das Heceta Head Light House besichtigen, das oben auf einer Klippe liegt. Die Wanderung ist schön, aber es beschleichen uns Zweifel, ob sich die ganze Aktion bei dem Nebel überhaupt lohnt. Am Leuchtturm beschränkt sich die Aussicht durch die Schwaden dann auch auf die nahen Vogelfelsen. Eine Besichtigung des Turms sparen wir uns ("Kennste einen, kennste alle").
Vom Parkplatz führt die Straße wieder steil bergauf, eine längere Bergetappe bringt uns zu den Sea Lion Caves, der nächsten Sehenswürdigkeit. Dort fährt ein Fahrstuhl durch den Felsen zu Höhlen, in denen sich eine Herde Seelöwen aufhält. Der relativ hohe Eintrittspreis lässt uns zögern, Seelöwen haben wir schließlich schon gesehen. Die Entscheidung wird uns schließlich abgenommen, eine Touristin berichtet leicht frustriert von nur einem Seelöwen, der sich gerade dort aufhält. Nun, den wollen wir dann auch nicht stören. Da werfen wir hier lieber windgeschützt unsere Pausenbrote ein.
Das Städtchen Florence bietet wieder alle Annehmlichkeiten eines Supermarktbesuches einschließlich Vesper mit Milch, Bananen, heißen Bratkartoffeln und ein paar Muffins. Für den kulinarischen Abschluss sorgen zwei Cappuccinos der Extraklasse, die wir in einem Coffee Shop am alten Hafen zu uns nehmen. Das Angebot an Kaffeesorten ist schier unerschöpflich, die Kombination aus Café und Kunstladen sehr gemütlich.
Wir fahren noch ein paar Kilometer und beenden die Etappe im Jessie M. Honeyman State Park. Doro ist ziemlich müde und ich will mir noch die Dünen anschauen. Hinter Florence beginnt die Oregon Dunes National Recreation Area, ein riesiges Dünengebiet, das wohl vor allem als Spielwiese für Strandbuggies dient. Die Zweitakter machen einen Höllenlärm, was den Fahrern wiederum einen Höllenspaß bereitet. Überhaupt scheinen sogenannte «Recreation Areas» oftmals nur dem Motorsport zu dienen. Neben Strandbuggies kommen Motorräder, Motorboote und Geländefahrzeuge aller Art zum Einsatz. Im Winter sind es dann die Schneemobile, die die Gegend unsicher machen. Von schonendem Umgang mit der Natur kann hier keine Rede sein.
Trotz der Buggies reizt mich noch eine kleine Wanderung in die Dünen. Unser Campground liegt direkt am Rande des Dünengürtels, der von hier bis zur Küste eine Breite von fast 4 Kilometern hat. Also nichts wie raus aus den Schuhen und rein in die Sandhaufen. Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht, eine Dünenwanderung ist ziemlich kräftezehrend. Zur Küste werde ich es nicht schaffen, die Sicht ist durch den Nebel auch ziemlich eingeschränkt. Trotzdem oder gerade deswegen hinterlassen die großen Sandberge einen tiefen Eindruck, man kommt sich hier vor wie in der Sahara. Zwischen den Dünen führen schmale Pfade durch teilweise üppige Vegetation, Pflanzen, die besonders gut auf Sandboden gedeihen. Wenn nur diese Mistbuggies nicht wären!
34.32 Kilometer / 200 Höhenmeter




