Run with the Wind

von Portland zum Pazifik


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Banks

Aller Anfang ist schwer! Bis wir gefrühstückt und die Satteltaschen einigermaßen sinnvoll gepackt haben, ist es 11:00 Uhr. Der erste Abschnitt dieser ersten Etappe unserer Reise ist eigentlich ganz schön, ein Fahrradweg führt direkt am Columbia River entlang. Der Himmel ist zwar bedeckt, aber es herrschen angenehme Temperaturen. Bevor es aus Portland heraus geht, müssen wir noch Lebensmittel einkaufen. Der Verkehr ist heftig, so was wie Urlaubsstimmung will noch nicht richtig aufkommen. am Columbia River Bei mir hat sich auch noch eine Erkältung festgesetzt. Die Straßen führen uns durch wenig reizvolle Viertel Richtung Westen zu einem Supermarkt. Wegen der zwielichtigen Gestalten vor dem Eingang bewacht Doro die Räder, während ich einkaufe. Dann geht's weiter, wir erreichen schließlich die große Brücke über den Willamette River. Dies ist zugleich die erste Herausforderung für Beine und Nerven. Wir klettern auf einem erhöhten, ziemlich schmalen Gehweg den Bogen der Brücke hinauf, neben uns tobt nicht abreißender Verkehr. Auf der anderen Seite biegen wir in die Germantown Road ein, eine steile Bergetappe über die Tualatin Mountains erwartet uns. Heftiger hätte es wirklich nicht losgehen können. Wir quälen uns die kurvenreiche Straße nach oben, müssen, untrainiert wie wir sind, abschnittsweise die Räder sogar schieben. Nach rund 250 Höhenmetern erreichen wir gut temperiert den Pass.

Eine kurze Abfahrt und wir blicken in ein Umleitungsschild, die Germantown Road nach West Union ist gesperrt. Auch das noch! Jetzt ist es aber sowieso erst einmal Zeit für eine kleine Pause, wir machen es uns auf einer Wiese am Straßenrand gemütlich. Es dauert nicht lange und ein Mann mault uns an, dies sei «private property», ob wir denn den Besitzer gefragt hätten. Wir maulen zurück und er wird plötzlich freundlich. Unser Akzent scheint ihn zu einem Meinungsumschwung bewegt zu haben. Wir kommen wohl nicht von hier, er passe nur ein bisschen auf, natürlich können wir dort bleiben, gute Fahrt und bla bla bla.

Die Umleitung bis West Union zeichnet sich durch viele kleine fiese Steigungen aus. In North Plains, unserem geplanten Tagesziel, wird unsere Hoffnung auf einen Zeltplatz zerschlagen, die nächste Möglichkeit gibt es vielleicht im 10 km entfernten Banks. Uns bleibt keine Wahl, weiter geht es auf dem Sunset Highway, schnurgerade mit viel Verkehr. Ein kurzes Stück auf der US 6 und wir erreichen Banks. Gleich am Ortseingang befindet sich der Stadtpark, in dem man angeblich zelten kann. In dem kleinen Park gibt es sogar eine Rezeption, nur ist kein Mensch da. Wir nutzen die Zeit unsere Küche aufzubauen und uns ein äußerst leckeres Essen zuzubereiten: Spaghetti mit scharfer Salsasoße. Gut gesättigt warten wir jetzt auch nicht länger auf einen Wärter und schlagen das Zelt auf. Neben dem Park ist eine Art Arena, die sich langsam mit Menschen füllt. Nicht viel später wird uns klar, was dort los ist. Der Höllenlärm eines Geländemotorradrennens schreckt uns aus unserer friedlichen, ruhigen Stimmung. Das hat uns gerade noch gefehlt. Die Spielregeln scheinen längere Pausen vorzuschreiben, so schrecken wir zyklisch immer wieder hoch. Der Spaß dauert bis 22:00 Uhr, dann können wir endlich in den wohlverdienten Schlaf sinken.

64,71 Kilometer / 300 Höhenmeter

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