Run with the Wind

von Portland zum Pazifik


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Anreise nach Portland

Wie immer vor solchen Reisen war die letzte Nacht daheim sehr kurz. Sie endete um 1:00 Uhr morgens. Ein schneller Kaffee, die Kartons mit den Rädern auf das Autodach gewuchtet und festgebunden, es konnte losgehen. Man kann fast sagen, dass die Fahrt zum Flughafen und der eigentliche Flug zu den spannendsten Momenten der Reise gehören. Fragen wie "Wird das Auto bis zum Flughafen durchhalten?" "Haben wir auch nichts vergessen?" und "Wird unser Gepäck heil ankommen?" schleichen sich ins Hirn. Hannover erreichten wir jedenfalls problemlos, es blieb jede Menge Zeit zum Einchecken. Dann ein kurzer Sprung und wir waren in Frankfurt. Dort rief man uns aus der Menge heraus, damit wir unsere Fahrradkartons identifizierten. Die wurden dann gleich bei der Gelegenheit nach Bomben durchsucht. Ansonsten verlief der Umstieg in den Flieger nach Chicago reibungslos. Das schürte natürlich neue Sorgen: "Wann kommt denn endlich die erste richtige Panne?"

Die kam dann gnädigerweise schon im Flughafen Chicago, den wir verspätet erreichten. Wie üblich muss das Reisegepäck nach der ersten Landung in den USA noch einmal neu eingecheckt werden, und das dauert... Immerhin gab es ein Wiedersehen mit all unseren Gepäckstücken. Doch nach der ganzen zähflüssigen Prozedur blieben für den Anschlussflieger nur noch wenige Minuten. Die Situation zwang uns zu einer sportlichen Einlage, dem immer wieder beliebten Flughafenjogging. In Bestzeit erwischten wir tatsächlich die Maschine nach Portland. Aber es deutete sich schon an, dass das System der Gepäckbeförderung sicherlich etwas gemächlicher funktionieren würde. Und so schauten wir in Portland dann auch vergeblich nach unseren Sachen. Ein wenig Trost spendete uns die Dame an der Information, der nächste Flieger aus Chicago würde schon in drei Stunden hier eintreffen. Drei Stunden Warten in einem Zustand zwischen Schlafwandeln und Eindösen! Von der Fluggesellschaft bekamen wir einen Restaurantgutschein, der spendete uns für eine Stunde Trost. Wir hatten Glück, unser Gepäck kam dann tatsächlich mit dem nächsten Flug. So konnten wir nach Zusammenbauen der Räder (sie waren unbeschädigt!) endlich den Flughafen verlassen.

vor unserem Luxusmotel

Billige Motels, so versprach ein Reiseführer, gibt es am Sandy Boulevard, nicht weit vom Flughafen entfernt. Nach den ersten 6 km auf amerikanischem Boden stießen wir in besagte Straße, sie war tatsächlich mit diversen Motels gesegnet. Alle waren in indischer Hand und hatten dummerweise eines gemeinsam: runtergekommen und stickig. Nach vier Besichtigungen entschieden wir uns dann für eine dieser Absteigen, es wurde ja auch langsam Zeit für ein kleines Schläfchen. Aber was war das für ein Loch, eine Luft zum Schneiden. Schlauerweise waren alle Fenster zugeschraubt, damit ja nichts von den kostbaren Schwaden verloren ging. Wir ließen die Tür weit offen stehen, aber so konnten wir doch nicht die Nacht verbringen. So kam es zum ersten Einsatz des Fahrradwerkzeugs. Ich nahm einige Veränderungen an der Fensterkonstruktion vor, sie ließen sich anschließend wieder öffnen.

Unsere Mägen teilten uns nun mit, dass sie in ihrem jetzigen Zustand nicht gedachten, sich zur Ruhe zu betten. Also auf zum nächsten Supermarkt. Der war allerdings mehr ein Baumarkt mit einer begrenzten Auswahl an Lebensmitteln. Vor allem stach uns ein ekliger Gestank in die Nase, der auch unsere Mägen zum Umdenken zwang. War denn die ganze Gegend hier verpestet oder hatten wir nach dem langen Flug was mit der Nase? Wir entschieden uns für Haferflocken, Milch und eine Flasche Wasser. Dann nichts wie raus. Das Abendessen fiel relativ karg aus, wir sanken schließlich erschöpft in die hängemattenartigen Betten.

10,30 Kilometer

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